Kinder lieben Computerspiele. Und spätestens dann, wenn Freunde oder ältere Geschwister, die eine Spielekonsole ihr eigen nennen, ins Spiel kommen, wollen die lieben Kleinen nicht hintenanstehen. Als Eltern stellt sich dann natürlich die Frage, ob man dem Drängen des Nachwuchses nachgibt – was ja häufig der Fall ist. Und dann schließen sich weitere Fragen an: Was sollte eine Spielekonsole für Kinder im Idealfall können und auch nicht können? Was soll sie kosten. Wie oft soll das Spielen erlaubt sein?

Handheld Konsolen für kleine Kinder

Was in den 90er-Jahren der Gameboy war, ist heute die Spielekonsole. Selbst die ganz Kleinen sind schon groß im Daddeln. Für sie eignen sich Handheld Konsolen, also tragbare Spielekonsolen für Kinder. Sie sind nicht an einen Fernseher angeschlossen und können überall hin mitgenommen werden. Auf langen Autofahrten haben Sie so Ruhe auf dem Rücksitz. Im Grunde genommen sind die tragbaren Spielekonsolen vergleichbar mit Tablets und verfügen über eine eingebaute und meist abnehmbare Joystick-Steuerung.

Vernünftige Handheld Kinderkonsolen sind ab etwa 100 Euro zu haben. Konsolen von Nintendo rufen bei Eltern eigene Erinnerungen an Mario oder Yoshi hervor. Zu nennen sind hier die Modelle Nintendo DSi, 2DS, 3DS und New Nintendo 3DS und der Gameboy Advance. Der Hersteller Sony rangiert mit der PlayStation Vita und Portable 1000 im Handheld-Konsolen-Vergleich weit vorne.

Spezielle Lernkonsolen eignen sich teilweise schon für Kinder ab 3 Jahren. Hier ist der Name Lexibook zu nennen, auch wenn es sich um keine Spielekonsole im engeren Sinn handelt. Zielgruppe sind in erster Linie kleiner Kinder im Alter von 4 bis 9 Jahren, die erste Erfahrungen mit Touchscreen und Co. machen können. Der Preis beginnt je nach Modell bei 25 Euro.

Spielekonsole für Kinder: Kleine Zocker mit Joystick

Spielekonsolen für Kinder: Die Kleinen sind groß im Daddeln © istockphoto.com/wibs24

Spielekonsolen für ältere Kinder

 Ab einem Alter von 8 und mehr Jahren werden Kinder allerdings eher verächtlich auf solche Spielekonsolen schauen, und sich an dem orientieren, was die älteren Geschwister oder Erwachsenen über den Bildschirm flimmern lassen. Lernen? Nun, es ist ja nicht so, dass Kinder im Verdacht stünden, schwer zu lernen; und gerade was Computerspiele betrifft beweisen sie häufig außerordentlich großes Talent und eine unglaublich schnelle Lerngeschwindigkeit. So mag ein 6-Jähriger sich ein Spiel und auch das Format schneller aneignen als ein 50-Jähriger.

Als Spielekonsole für Kinder ab Ende der Grundschule ist Nintendo Wii zu empfehlen – denn hier kommt die Komponente aktive Bewegung ins Spiel. Das wird zwar kein Fußballspielen auf dem Bolzplatz ersetzen, aber immerhin ist ein wenig Koordination und Geschick gefordert. Außerdem gibt es für diese Konsole eine große Bandbreite an Spielen, die speziell für Kinder konzipiert wurden, unter anderem Mario Kart oder Disney Planes.

Auch an den großen Playern eines jeden Spielekonsolenvergleichs kommt man nicht vorbei. Die Xbox One bietet vor allem Shooter- und Action-Spiele für Kinder und ist daher erst ab einem Alter von frühestens 12 Jahren geeignet. Gleiches gilt für die PlayStation von Sony. Wie bei den meisten anderen Konsolen auch, können Sie bei PS4 Pro und XBox One S ein Kinderkonto einrichten, um den Spielkonsum besser unter Kontrolle zu haben.

Was den Preis dieser Konsolen betrifft, so ist mit mehreren hundert Euro zu rechnen. In der Regel handelt es sich aber um eine Konsole für die ganze Familie.

Kein Kinderspiel: Was eignet sich für welches Alter?

Welche Spielekonsolen eignen sich für welches Alter? Grundsätzlich ist das eher keine Frage der Hardware. Denn die Kindertauglichkeit ist kein „Problem“ der Spielekonsole, sondern eher dessen, welches Spiel gespielt wird, sprich der Software. Ein Spiel, das ein Kind intellektuell überfordert, wird es wohl sowieso nach kurzer Zeit aufgeben. Ein guter Richtwert für Eltern ist die Altersempfehlung der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK). Diese bewertet den Inhalt und die Handhabung für jedes einzelne Spiel und unterscheidet Spiele ab 0, 6 oder 12 Jahren. Zu Letzterem heißt es seitens der USK: „Diese Spiele sind bereits deutlich kampfbetonter. Die Spielszenarien sind in einem historischen, futuristischen oder märchenhaft-mystischen Kontext angesiedelt, sodass sie ausreichend Distanzierungsmöglichkeiten für den Spieler bieten.“

Spielekonsolen für Kinder: Umgang mit möglichen Gefahren

Wie bei der Nutzung des heimischen PCs sollten Kinder auch fürs Daddeln an der Spielekonsole mit klaren Regeln bedacht werden. Denn Sinn und Zweck ist sicherlich nicht, dass das Kind den ganzen Tag vor der Konsole sitzt. Zwar kommt eine Computersucht nicht von einem auf den anderen Tag. Aber der Zustand, dass die Spielekonsole den Tag des Kindes bestimmt, kann relativ schnell eintreten, wenn man dem nicht von Beginn an einen Riegel vorschiebt.

Daher bietet es sich für kleinere Kinder bis 10 Jahre an, diese lieber mitnutzen zu lassen und als Standort besser nicht das Kinderzimmer zu wählen, sondern lieber das Wohnzimmer, das dann auch zu bestimmten Uhrzeiten tabu ist. Bedenken Sie: Spielekonsolen, die mit dem Internet verbunden sind, bergen besondere Gefahren. Unter anderem gibt es auch Spiele, die ein Chatprogramm beinhalten, in dem Ihr Kind mit Fremden in Kontakt treten kann.

Welche Zeiten man den Kindern vorgibt, ist dabei eher flexibel zu gestalten, denn es gibt ja durchaus auch Spiele, die recht komplex sind und zeitintensiver sind. Begrenzen Sie die Zeit vor der Spielekonsole zum Beispiel auf eine Stunde pro Tag. Es sollte auf jeden Fall noch genügen Zeit sein für Hausaufgaben, Draußen spielen, gemeinsames Familienleben und rechtzeitiges Schlafen gehen.