VR-Brillen können viel Geld kosten, müssen sie aber nicht. Mit dieser Anleitung für die VR-Brille Google Cardboard kann jeder seine VR-Brille selber bauen – in nur wenigen Minuten. Wie genau das geht und wo besonders viel Sorgfalt gefragt ist, beschreibt diese VR-Brille-Bastelanleitung.

Teuer: VR-Brillen vom Hersteller

In der virtual reality, also der virtuellen Realität, tauchen Nutzer in eine virtuelle Welt ab. Diese wird digital zumeist von einer Spielekonsole wie der Playstation 4 („Playstation VR“) oder einem Smartphone mit Headset (z. B. die VR-Brille „Samsung Gear VR“) erzeugt. Das klingt nicht nur spannend, das ist es auch. Einziger Haken: Der Preis für eine solche Virtual-Reality-Brille ist recht hoch. Deshalb wollen viele Technik-Fans gerade zum Einstieg in die digitale Realität ihre VR-Brille selber bauen. Mit der richtigen Bastelanleitung und einem geeigneten VR-Bausatz ist das auch kein Problem. Alles Wichtige, um eine VR-Brille selbst bauen zu können, hält diese Bastelanleitung bereit. Und mit nur ein paar Minuten Zeit und sehr wenig Geld lassen sich so im Handumdrehen zahlreiche VR-Angebote wie beispielsweise VR-Games für Smartphones nutzen.

Selbstgebaute VR-Brillen: Worauf achten

Wer seine VR-Brille selber bauen möchte, sollte sich vorab natürlich informieren, ob die VR-Brille Marke Eigenbau überhaupt zu einem passt. Wenngleich es für diesen Hinweis in einer Bastelanleitung wohl schon zu spät dürfte, gibt es vor dem Kauf einer VR-Papp-Brille noch ein paar Aspekte, die bedacht werden sollten:

  1. VR Brillen zum selber bauen (z. B. Google Cardboard) sind günstig, aber nicht jedes Smartphone eignet sich für den VR-Bausatz. Daher unbedingt vorab informieren, ob das eigene Smartphone für VR-Brillen aus Pappe geeignet ist.
  2. Die VR-Brillen sind wegen der Pappe nicht sonderlich bequem. Wer also auf einen hohen Tragekomfort besonders viel Wert legt, sollte hier zweimal über einen Kauf nachdenken.
  3. Brillenträger, die ihre VR-Brille selber bauen wollen, werden es schon ahnen: Die Sehbrille muss runter. Für Kurzsichtige stellt dies sicherlich kein Problem dar, da die VR-Linsen sehr nah am Auge sind. Weitsichtige dürften allerdings Probleme bekommen und sollten sich im Vorfeld ebenfalls sehr gut informieren.

Google Cardboard: Kostengünstige Papp-Vorlage für ein VR-Headset

VR-Brille selber bauen mit Google Cardboard (© istockphoto.com/simpson33)

VR-Brille selber bauen mit Google Cardboard (© istockphoto.com/simpson33)

Google bietet mit Cardboard eine einfache und vor allem kostengünstige Möglichkeit, VR-Brillen selber bauen zu können und so in die virtuelle Realität einzutauchen. Das Prinzip: Eine Bastelvorlage aus Pappkarton dient den gängigsten Smartphone-Größen einerseits als Halterung, andererseits ist es auch gleichzeitig das Brillengestell für den VR-Nutzer. Wenngleich der erste Eindruck täuschen mag, bei diesem unscheinbaren Pappgestell handelt es sich um eine vollwertige VR-Brille. Die folgende Bastelanleitung hilft, binnen weniger Minuten eine eigene VR-Brille zu bauen. Und selbst für unerfahrene VR-Bastler sollte der Zusammenbau nicht länger als 15 Minuten dauern.

Bauanleitung: VR-Brille selber bauen

Bausatz und Materialien

Um eine VR-Brille selber bauen zu können, braucht man einen entsprechenden VR-Bausatz. Google bietet mit dem Google Cardboard eine solche kostengünstige Alternative zu herkömmlichen, sprich teuren Virtual-Reality-Brillen an. Nach erfolgter Lieferung der Cardboard gilt es die Vollständigkeit des Bausatzes zu überprüfen. Die Bastelvorlage sollte Folgendes enthalten:

  1. Zwei passgenaue Stücke Pappe (mit Faltknicken zum zusammenfalten)
  2. Ein weiteres kleines Pappstück
  3. Zwei passende VR-Linsen
  4. Einen Magneten mit passendem Gegenstück
  5. Klettverschlüsse bzw. Klebeband
  6. Ein Gummiband

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schritt 1: VR-Linsen einfügen und Papp-Stücke zusammenführen

Der Bau der VR-Brille beginnt mit den Linsen: Diese müssen in die dafür vorgesehenen rundlichen Aussparungen der kleinen Pappe eingefügt werden. Anschließend muss das Pappstück noch entlang der Knicke zusammengeklappt werden. Hierdurch werden die VR-Linsen sicher fixiert. Das kleine Pappstück muss nun noch mit dem abstehenden Teil in das Stück mit den Linsen gesteckt werden.

Schritt 2: Bastelbogen anbringen

Vor dem nächsten Schritt: Die Bastelvorlage muss mit der langen Seite nach unten zeigen. Das kleine Stück („Smartphone-Halterung“) zeigt hingegen nach oben. Wenn dies der Fall ist, müssen die gerade zusammengesteckten Stücke jetzt mit dem großen Bastelbogen verbunden werden. Hierzu wird das Stück mit den Linsen mittig in die Aussparungen des Segments unterhalb der Fixierung für das Smartphone gesteckt, sodass das kleine Stück in Richtung dieser Fixierung zeigt.

Schritt 3: Sorgfältiger Zusammenbau

Nun müssen alle Segmente rechts des Linsenstücks der Reihe nach um dieses geführt werden. Wichtig: Die Löcher und die überstehenden Pappstücke müssen wie vorgesehen zusammenpassen. Die Brauchbarkeit der selbstgebauten VR-Brille hängt maßgeblich von diesem Schritt, deshalb sollte hier sehr sorgfältig gearbeitet werden.

Schritt 4: Magnete anbringen

Auf der linken Seite ist jetzt eine ovale Aussparung in der oberen Pappschicht zu sehen. Auf der Innenseite der Virtual-Reality-Brille ist an der gleichen Stelle eine runde Aussparung zu finden. Diese sind für die Magnete bestimmt. Der Ring gehört an die Außenseite in die ovale Aussparung, das Gegenstück gehört nach innen.

Schritt 5: Klettverschluss anbringen

Ohne die Klettverschlüssen kann die VR-Brille zusammengebaut werden. Hierfür zunächst die Folien von den Klettverschlüssen entfernen und links und rechts auf die Oberseite des Guckkastens kleben. Nun muss das hochzuklappende Papp-Segment zur Smartphone-Fixierung in die richtige Position gebracht werden. Das hierbei ein Stück übersteht, ist ideal. Denn dieses muss abschließend in Richtung des Guckkastens geknickt und auf die Klettverschlüsse gepresst werden. Nun fehlt nur noch das Gummiband, um die selbstgebaute VR-Brille am Kopf befestigen zu können. Dafür sind die breiteren Klettverschlüsse vorgesehen, die an der Seite befestigt werden müssen.

Fazit: VR-Brille selber bauen lohnt sich

Virtual Reality steckt noch immer in den Kinderschuhen. Wer sich an dieses Thema zunächst langsam und vor allem ohne finanzielles Risiko herantasten möchte, der ist mit einer VR-Brille wie der Google Cardboard richtig gut beraten. Denn der Preis ist sehr niedrig und auch der Zeitaufwand hält sich in Grenzen. Wer mit dieser Anleitung zum Bau einer eigenen VR-Brille übrigens nicht zurechtgekommen ist, der sollte sich vielleicht eine Videoanleitung auf YouTube ansehen. Und jetzt viel Spaß mit dem selbstgebastelten Guckkasten und willkommen in der virtuellen Realität.